Was ist eine Kreditkartenabrechnung?
Eine Kreditkartenabrechnung (auch: Kreditkartenkontoauszug) ist ein monatlicher Kontoauszug, der alle Kartenumsätze, Gebühren und Gutschriften eines Abrechnungszeitraums auflistet. Sie zeigt, welche Beträge fällig sind und bis wann sie bezahlt werden müssen. Die meisten Anbieter stellen die Abrechnung im Online-Banking oder per E-Mail bereit. Der fällige Betrag wird per Lastschrift vom hinterlegten Referenzkonto abgebucht, was der Regelfall ist, da er unbeabsichtigte Verzugszinsen vermeidet. Wer kein Lastschriftmandat erteilt hat, muss den Betrag selbst überweisen, sonst lösen die meisten Anbieter eine kostenpflichtige Finanzierung des offenen Betrags aus.
Abrechnung nach Kreditkartentyp
Ob und wann Geld von Ihrem Konto abgebucht wird, hängt direkt vom Kreditkartentyp ab. In Deutschland gibt es vier Typen: Charge Card, Revolving-Kreditkarte, Debit Card und Prepaid-Karte.
Charge Card
Die Charge Card ist der häufigste Kreditkartentyp in Deutschland. Alle Umsätze des Abrechnungszeitraums werden gesammelt und am Fälligkeitsdatum – meist einmal im Monat – in voller Höhe vom Girokonto abgebucht. Bei vollständiger Rückzahlung fallen keine Zinsen an. Typische Fälligkeitsdaten liegen am 25. eines Monats (Mastercard-Partner) oder am 22. (Visa-Partner), jeweils mit wenigen Werktagen Puffer zwischen Abrechnung und Abbuchung.
Revolving-Kreditkarte (Credit Card)
Eine klassische Revolving-Kreditkarte erlaubt dagegen Teilzahlungen. Sie können den vollen Saldo begleichen oder nur den Mindestbetrag, typischerweise 2 bis 5 Prozent des Saldos, mindestens 20 bis 25 Euro. Der offene Restbetrag wird zum nächsten Monat übertragen und verzinst. Die Sollzinsen liegen in Deutschland typischerweise bei 15 bis 25 Prozent pro Jahr. Wer nur die Mindestrate zahlt, kann deutlich länger als ein Jahr brauchen, um einen größeren Saldo abzubezahlen. Bei einem Saldo von 1.000 Euro und 20 Prozent Jahreszins wächst allein durch die Zinsen der Restbetrag schnell weiter, solange nur der Mindestbetrag überwiesen wird. Im Vergleich zu gewöhnlichen Ratenkrediten liegen Revolving-Zinsen damit deutlich höher. Zinsen laufen dabei bereits ab dem Valutadatum an, nicht erst ab dem Buchungsdatum, was bedeutet: Der Zinsbeginn liegt oft einige Tage früher als erwartet.
Das klingt flexibel, ist aber klar teurer als eine Charge Card: Zahlen Sie immer den vollen Saldo.
Debit Card
Bei einer Debit Card wird jeder Umsatz sofort oder innerhalb weniger Werktage direkt vom Girokonto abgebucht. Es gibt keinen separaten Abrechnungszeitraum. Technisch gesehen handelt es sich um eine Debitkarte, die wie eine Kreditkarte aussieht und bei vielen Online-Händlern akzeptiert wird. Manche Dienste (z. B. Mietwagenreservierungen) verlangen allerdings eine echte Charge Card oder Revolving-Kreditkarte als Sicherheitsleistung.
Prepaid-Kreditkarte
Prepaid-Karten müssen vor der Nutzung mit Guthaben aufgeladen werden. Umsätze werden direkt vom aufgeladenen Guthaben abgezogen – es gibt keine monatliche Rechnung, die bezahlt werden müsste. Ist das Guthaben erschöpft, werden keine weiteren Zahlungen autorisiert. Prepaid-Karten bieten volle Kostenkontrolle, werden aber bei Reservierungen, bei denen eine Kaution eingefroren wird, häufig nicht akzeptiert.
Was steht auf der Kreditkartenabrechnung?
Jede monatliche Kreditkartenabrechnung enthält diese Positionen:
- Abrechnungszeitraum: Der Zeitraum (meist ein Kalendermonat), für den die Abrechnung gilt
- Vormonatssaldo: Ihr Startguthaben oder -schulden zu Beginn des Abrechnungszeitraums
- Neue Umsätze: Alle Transaktionen des Abrechnungszeitraums mit Händlername und Datum
- Zahlungseingänge: Ihre Zahlungen im Abrechnungszeitraum
- Gesamtsaldo: Summe aller Umsätze zuzüglich eventueller Vormonatsschulden
- Fälliger Betrag: Der Betrag, der bis zum Fälligkeitsdatum gezahlt werden muss
- Verfügungsrahmen: Ihr maximales Kreditlimit und der aktuell noch verfügbare Betrag
Ein häufiger Stolperstein: Buchungsdatum und Valutadatum sind nicht dasselbe. Das Buchungsdatum zeigt, wann die Transaktion im Kartenkonto erfasst wurde. Das Valutadatum gibt an, ab wann Zinsen für diesen Betrag berechnet werden – bei Revolving-Karten ist das ein wichtiger Unterschied, da Zinsen bereits ab dem Valutadatum laufen können, auch wenn der Betrag erst später in der Abrechnung erscheint.
Wo finde ich meine Kreditkartenabrechnung?
Die meisten Kartenanbieter stellen Abrechnungen heute digital bereit. Zugang erhalten Sie über:
- Online-Banking-Portal: Abrechnungen werden dort als PDF archiviert und sind jederzeit abrufbar
- Banking-App: Viele Anbieter senden beim Eingang einer neuen Abrechnung eine Push-Benachrichtigung
- E-Mail: Alternativ verschicken Anbieter die Abrechnung oder eine Benachrichtigung per E-Mail
- Papier per Post: Möglich, aber viele Anbieter berechnen für Papierabrechnungen mittlerweile eine Gebühr. Wer auf das kostenlose digitale Postfach umstellt, spart diese Kosten.
Fehler auf der Abrechnung reklamieren
Unbekannte oder falsche Abbuchungen kommen vor. Mögliche Ursachen: Buchungsname weicht vom Händlernamen ab (z. B. erscheint "Amazon" als "AMZN" oder "AWS"), doppelte Buchung, Lieferung nie angekommen oder tatsächlich betrügerische Transaktion.
So gehen Sie vor:
- Kontaktieren Sie zuerst den Händler direkt und bitten um eine Rückerstattung. Viele Fälle lassen sich so unkompliziert klären.
- Falls keine Einigung: Beantragen Sie bei Ihrer Kartenbank einen Chargeback. Für Visa- und Mastercard-Karten beträgt die Frist 120 Tage ab Transaktionsdatum.
- Sperren Sie die Karte sofort, wenn Sie eine betrügerische Nutzung vermuten – in der Regel über die Banking-App oder die Notfallhotline Ihres Anbieters.
Mehr zum Chargeback-Verfahren finden Sie in unserem Ratgeber: Chargeback bei der Kreditkarte beantragen.
Was passiert, wenn ich die Abrechnung nicht zahlen kann?
Wer den fälligen Betrag nicht fristgerecht überweist oder dessen Referenzkonto nicht gedeckt ist, muss mit diesen Konsequenzen rechnen:
- Mahngebühren und Verzugszinsen: Die meisten Anbieter erheben bei Zahlungsverzug eine Mahngebühr und berechnen Verzugszinsen auf den offenen Betrag.
- Kartensperrung: Bei wiederholtem oder anhaltenden Zahlungsverzug wird die Karte oft gesperrt, bis der Rückstand beglichen ist.
- Schufa-Eintrag: Anhaltender Zahlungsverzug kann als negativer Schufa-Eintrag gemeldet werden und Ihre Kreditwürdigkeit dauerhaft belasten.
Wenn Sie absehen, dass Sie eine Abrechnung nicht vollständig bezahlen können, sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Kartenanbieter. Viele Anbieter bieten in Härtefällen Zahlungsaufschübe oder Ratenpläne an. Ein negativer Schufa-Eintrag wird nach vollständiger Tilgung in der Regel drei Jahre nach Jahresende gelöscht. Je früher Sie handeln, desto begrenzter bleiben die Folgen für Ihre Kreditwürdigkeit. Wie Sie Ihre Bonität langfristig verbessern, erklärt unser Ratgeber: Bonität verbessern.
Häufige Fragen zur Kreditkartenabrechnung
Wann wird die Kreditkartenabrechnung erstellt – bei Mastercard und Visa?
Das Abrechnungsdatum hängt vom jeweiligen Kartenanbieter (der ausgebenden Bank) ab, nicht vom Kartennetzwerk selbst. Bei Mastercard-Karten liegt der Stichtag häufig am 25. eines Monats, bei Visa-Karten oft am 22. Die Online-Rechnung kommt dann üblicherweise zwei Werktage später. Ihr konkretes Abrechnungsdatum finden Sie in Ihren Vertragsunterlagen oder im Online-Banking-Portal.
Wie lange muss ich Kreditkartenabrechnungen aufbewahren?
Für private Kreditkartenabrechnungen gilt eine empfohlene Aufbewahrungsfrist von drei Jahren – damit lassen sich Zahlungen im Streitfall nachweisen. Für geschäftlich genutzte Kreditkarten schreibt das Steuerrecht eine Aufbewahrungsfrist von zehn Jahren vor, da die Belege als Buchungsnachweis für das Finanzamt dienen. Die Frist beginnt jeweils am Ende des Kalenderjahres, in dem die Abrechnung entstanden ist.
Was ist der Unterschied zwischen Buchungsdatum und Valutadatum?
Das Buchungsdatum gibt an, wann eine Transaktion im Kartenkonto erfasst wurde. Das Valutadatum bestimmt, ab wann Zinsen für diesen Betrag berechnet werden. Bei Charge Cards ohne offenen Restbetrag hat der Unterschied keine praktische Relevanz. Bei Revolving-Kreditkarten, bei denen Zinsen anfallen, kann das Valutadatum einige Tage früher liegen als das Buchungsdatum – weshalb der tatsächliche Zinsbeginn früher ist, als es auf den ersten Blick scheint.
Kann ich einer Abbuchung auf der Kreditkartenabrechnung widersprechen?
Ja, Sie können unberechtigte oder fehlerhafte Abbuchungen reklamieren. Bei Visa und Mastercard haben Sie dafür 120 Tage ab Transaktionsdatum Zeit, einen Chargeback zu beantragen. Wenden Sie sich dabei zuerst an den Händler. Falls keine Lösung zustande kommt, stellt Ihre Kartenbank den Antrag beim Kartennetzwerk. Bei Betrug oder dem Verdacht auf unberechtigte Nutzung sollten Sie die Karte sofort sperren und Ihre Bank informieren. Mehr dazu in unserem Ratgeber zu Kreditkartensicherheit.