Kreditkarte für Kinder
Sicher zahlen lernen – mit Elternkontrolle
Echte Kreditkarten gibt es erst ab 18. Für Kinder gibt es Prepaid- und Debitkarten – ohne Verschuldungsrisiko, mit App-Kontrolle für Eltern. Dieser Vergleich zeigt, welche Karte zu welchem Alter und Anlass passt.
Empfohlene Karten für Kinder & Jugendliche
Aktualisiert April 2026 Kostenlose und günstige Karten geeignet für Minderjährige
Was ist eine Kreditkarte für Kinder – und was nicht?
Minderjährige dürfen sich in Deutschland nicht verschulden. Eine echte Kreditkarte, die einen Kreditrahmen einräumt, ist für Kinder unter 18 Jahren nicht möglich. Was Eltern für ihre Kinder beantragen können, sind Prepaid-Kreditkarten (Geld muss vorab drauf sein) oder Debitkarten (buchen direkt vom Girokonto ab). Beide funktionieren nur im Guthabenrahmen.
Trotzdem haben diese Karten das Visa- oder Mastercard-Logo – was bedeutet, dass sie überall dort akzeptiert werden, wo diese Zahlungssysteme gelten. Das ist gerade im Ausland, beim Online-Shopping oder auf Klassenfahrten ein großer Vorteil gegenüber der klassischen Girocard.
Welche Kinderkarte passt zu Ihrer Familie? Die fünf besten Anbieter
Das sind die Anbieter, die Eltern am häufigsten wählen. Jeder hat klare Stärken – die richtige Wahl hängt vom Alter des Kindes und Ihrem eigenen Banking ab.
Bling Prepaid Mastercard – Beste Wahl für junge Kinder
Bling ist eine Prepaid Mastercard, die speziell für Kinder ab 7 Jahren entwickelt wurde. Die Karte funktioniert ohne Girokonto. Eltern laden Guthaben über die App auf, das Kind kann nur ausgeben, was drauf ist.
Fazit: Beste Wahl für Kinder unter 12 Jahren, die den Umgang mit Geld lernen. Die App erklärt Ausgaben kindgerecht. Die Gebühr ist gerechtfertigt, wenn Sie die Funktionen nutzen.
DKB Juniorkarte – Kostenlos und weltweit einsetzbar
Die DKB Visa Debitkarte zum U18-Konto kostet nichts und funktioniert weltweit ohne Auslandsgebühren. Das Konto ist bis zum 21. Geburtstag kostenlos. Voraussetzung: Ein Elternteil muss DKB-Kund sein.
Fazit: Beste Wahl, wenn Sie bereits DKB-Kunde sind. Kostenlos, zuverlässig, ideal für Klassenfahrten und Auslandsjahre. Für jüngere Kinder weniger spielerisch als Bling.
Revolut <18 – Modernste App, ideal für Ausland
Revolut <18 richtet sich an Kinder zwischen 6 und 17 Jahren. Das Konto ist kostenlos, Eltern brauchen das kostenlose Revolut-Basispaket. Besonders stark: Fremdwährungen werden zum Interbanken-Kurs umgerechnet – das macht die Karte zur günstigsten Option im Ausland.
Fazit: Beste Wahl für Jugendliche mit Auslandserfahrung – Schüleraustausch, Abifahrt, Sprachreise. Auch gut für technikaffine Kinder, die eine moderne App schätzen.
Comdirect Juniorgiro – Solide Filialbank-Option
Die Comdirect Visa Debitkarte zum Juniorgiro ist kostenlos und ab 7 Jahren verfügbar. Sie bietet weltweit drei kostenlose Barabhebungen pro Monat. Für Zahlungen in Fremdwährungen fällt eine Gebühr von 1,75 % an – das ist günstiger als viele Girocards, aber teurer als DKB oder Revolut.
Fazit: Gute Option für Familien, die bereits bei der Comdirect (Commerzbank-Tochter) bankieren. Im Ausland ist DKB oder Revolut günstiger.
ING Girokonto Junior – Solide für bestehende ING-Kunden
Das ING Girokonto Junior gibt es kostenlos für Kinder ab 7 Jahren. Voraussetzung ist, dass mindestens ein Elternteil ING-Kunde ist. Die Karte heißt Kinder Visa Debitkarte und ist weltweit einsetzbar, erhebt jedoch Fremdwährungsgebühren von 2,2 % – das ist günstiger als viele Banken, aber teurer als DKB oder Revolut.
Fazit: Sinnvoll, wenn Sie bereits ING-Kunde sind. Für Reisen und Auslandsaufenthalte ist DKB oder Revolut die bessere Wahl wegen der niedrigeren Fremdwährungsgebühren.
Direktvergleich: Alle Karten auf einen Blick
| Karte | Ab Alter | Kosten | Fremdwährung | Elternkonto | Bestes Einsatzgebiet |
|---|---|---|---|---|---|
| Bling Mastercard | 7 Jahre | ab 2,99 €/Monat | Gebühren lt. Preisliste | Nicht nötig | Gelderziehung für Kinder |
| DKB Juniorkarte | ab Geburt | 0 € | 0 % | DKB-Konto Pflicht | Alltag + Ausland |
| Revolut <18 | 6 Jahre | 0 € | 0 % (Interbankenkurs) | Kostenloses Revolut | Ausland, Reisen |
| Comdirect Juniorgiro | 7 Jahre | 0 € | 1,75 % | Comdirect-Konto | Inland, 3 Abhebungen/Monat |
| ING Girokonto Junior | 7 Jahre | 0 € | 2,2 % | ING-Konto Pflicht | Bestehende ING-Kunden |
| bunq Prepaid | ab Geburt | 0 € | 0,5 % | bunq-Konto | Alternative zu Revolut |
| HypoVereinsbank | 12 Jahre | 0 € | lt. Preisliste | HVB-Konto | Ältere Jugendliche |
Welche Karte passt zu welchem Alter und Anlass?
Erste Schritte mit Geld
In diesem Alter geht es darum, das Konzept von Geld zu verstehen. Wie viel kostet etwas? Was passiert, wenn das Geld aufgebraucht ist? Prepaid-Karten sind ideal – das Kind lernt, mit einem festen Budget auszukommen.
- Bling ab 7 Jahren (kinderfreundlichste App)
- DKB Juniorkarte (wenn DKB-Elternkonto vorhanden)
- Ausgabelimits von Anfang an einrichten
- Eltern sehen jede Transaktion sofort
Mehr Eigenständigkeit
Ältere Kinder brauchen mehr Flexibilität: Online-Shopping für Schulbücher, digitale Spiele, erste Freizeitaktivitäten ohne Eltern. Jetzt sind Debitkarten mit Online-Freigabe sinnvoll.
- DKB Juniorkarte (weltweit, kostenlos)
- Revolut <18 (moderne App, gut für Klassenfahrten)
- Online-Käufe gezielt freigeben
- Ausgabenübersicht gemeinsam besprechen
Ausland und Eigenverantwortung
Schüleraustausch, Abifahrt, erstes Auslandsjahr – hier wird eine Karte ohne Auslandsgebühren wichtig. Revolut <18 oder die DKB Juniorkarte sind die besten Optionen für diese Altersgruppe.
- Revolut <18 (bester Wechselkurs)
- DKB Juniorkarte (weltweit 0 % Gebühr)
- Notfallnummer 116 116 auf dem Handy speichern
- Karte sofort per App sperren können
Was Eltern rechtlich wissen müssen
Kinderkarten klingen unkompliziert – aber es gibt rechtliche Details, die Eltern kennen sollten.
Taschengeldparagraf (§ 110 BGB)
Kinder zwischen 7 und 17 Jahren dürfen laut § 110 BGB nur Käufe tätigen, die mit ihrem Taschengeld bezahlt werden können. Teure Einzelkäufe und – wichtig – Abonnements fallen nicht darunter. Ein Streaming-Abo, das ein 13-Jähriger ohne Elternzustimmung abschließt, ist rechtlich unwirksam. Sperren Sie Online-Zahlungen in der Karten-App, wenn Ihr Kind noch keine Abos abschließen soll.
Banklizenz vs. E-Geld-Institut
DKB und Comdirect sind Banken – hier greift die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro. Revolut ist ein E-Geld-Institut, kein Kreditinstitut. Das Guthaben ist dort auf andere Weise geschützt (Treuhandkonto bei Partnerbanken), aber die Einlagensicherung greift nicht direkt. Für die üblichen Taschengeldbeträge spielt das praktisch keine Rolle – aber es ist gut, es zu wissen.
Elternkontrolle endet mit 18
Die DKB Card Control, über die Eltern die Kinderkarte steuern, endet automatisch zum 18. Geburtstag. Das Kind wird dann vollständiger Kontoinhaber. Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Jugendlichen darüber, was das bedeutet – und was sich ändert. Das ist auch ein guter Moment, um über echte Kreditkarten, Dispokredite und Finanzverantwortung zu sprechen.
5 praktische Tipps für Eltern
Ausgabelimit niedrig starten, dann anpassen
Starten Sie mit einem wöchentlichen Limit, das dem Taschengeld entspricht – zum Beispiel 10 oder 15 Euro. Erhöhen Sie es erst, wenn Ihr Kind zeigt, dass es damit umgehen kann. Alle Kinderkarten erlauben diese Limits per App. Das ist kein Misstrauen, sondern eine lehrreiche Grenze.
Karte für die Klassenfahrt vorbereiten
Vor einer Klassenfahrt ins Ausland: Prüfen Sie die Fremdwährungsgebühren Ihrer Karte. Laden Sie etwas mehr Guthaben auf als das Taschengeld für die Reise, damit das Kind einen Puffer hat. Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es die Karte in der App sperrt – und speichern Sie die Notfallnummer 116 116 auf dessen Handy.
Ausgaben gemeinsam besprechen
Die Transparenz einer Kinderkarte ist ihr größter Vorteil – aber nur, wenn Sie sie nutzen. Schauen Sie einmal pro Woche gemeinsam auf die Ausgabenübersicht. Fragen Sie nicht nur "Was hast du ausgegeben?", sondern auch "War es das wert?". Diese Gespräche sind wertvoller als jede App-Funktion.
Online-Zahlungen gezielt freigeben
Nicht alle Kinderkarten sperren Online-Zahlungen standardmäßig. Prüfen Sie die Einstellungen beim Einrichten. Für jüngere Kinder empfiehlt sich eine Sperrung, bis Sie ein konkretes Online-Shopping-Bedürfnis besprechen. Bling und Revolut erlauben sehr granulare Einstellungen pro Kategorie oder Händlertyp.
Karte als Einstieg in Finanzbildung nutzen
Kinder, die früh mit digitalem Geld umgehen, verstehen später besser, wie Girokonto, Zinsen und Budget funktionieren. Nutzen Sie die Karte bewusst: Erklären Sie, was eine Abbuchung ist, warum das Guthaben kleiner wird und wie man spart. Das ist die Basis für finanzielle Eigenständigkeit.
Kinderkarte oder Bargeld – was ist besser?
| Aspekt | Kinderkarte | Bargeld (Taschengeld) |
|---|---|---|
| Bei Verlust | Sofort sperrbar, Guthaben bleibt | Weg, kein Ersatz möglich |
| Kontrolle durch Eltern | Echtzeit-Übersicht per App | Keine Übersicht nach der Übergabe |
| Online bezahlen | Möglich (je nach Karte und Einstellung) | Nicht möglich |
| Im Ausland | Visa/Mastercard überall akzeptiert | Wechselgebühren, Akzeptanzprobleme |
| Lerneffekt Budgetplanung | Hoch (digitale Buchführung, sichtbares Guthaben) | Mittel (Münzen und Scheine anfassbar) |
| Kosten für Eltern | 0–3 €/Monat (je nach Anbieter) | 0 € |
Hinweis: Für sehr junge Kinder (unter 7 Jahren) ist Bargeld sinnvoller, weil es greifbarer ist. Für Kinder ab 7 Jahren ist eine Kinderkarte eine gute Ergänzung oder Alternative – besonders für den Alltag ohne Eltern.
Wie beantrage ich eine Kinderkarte?
Der Antrag läuft je nach Anbieter leicht unterschiedlich ab, folgt aber immer demselben Grundmuster. In der Regel dauert es 5 bis 10 Werktage, bis die Karte per Post ankommt.
Anbieter auswählen
Prüfen Sie zuerst, ob der gewählte Anbieter voraussetzt, dass Sie selbst Kunde sind (DKB, Comdirect, ING). Wenn nicht, können Sie direkt starten – bei Bling und Revolut brauchen Eltern nur ein kostenloses Basis-Konto.
Kinderkonto eröffnen
Für Debitkarten wie DKB oder ING muss zunächst ein Girokonto für das Kind angelegt werden. Das geht online; Sie als Erziehungsberechtigter müssen sich dabei ebenfalls legitimieren (Videoident oder PostIdent).
Legitimation beider Personen
Kind und Elternteil müssen sich ausweisen. Für das Kind genügt in der Regel die Geburtsurkunde oder der Kinderreisepass. Sie als Elternteil weisen sich mit Personalausweis oder Reisepass aus.
Karte per Post empfangen und aktivieren
Nach 5 bis 10 Werktagen kommt die Karte per Post. Bei den meisten Anbietern aktivieren Sie die Karte in der App – entweder durch einen ersten Kauf oder durch einen Bestätigungsklick im Konto.
Limits und Berechtigungen einrichten
Legen Sie direkt beim Start ein Ausgabelimit fest, schalten Sie Online-Zahlungen nur frei, wenn Sie das möchten, und aktivieren Sie Push-Benachrichtigungen. Das dauert 5 Minuten und spart später Diskussionen.
Häufige Fragen zu Kreditkarten für Kinder
Klare Antworten auf die wichtigsten Fragen für Eltern
Echte Kreditkarten sind in Deutschland erst ab 18 Jahren möglich. Für Kinder gibt es Prepaid-Karten und Debitkarten, die ohne Kreditfunktion auskommen. Bling und Revolut <18 starten ab 6 Jahren, die DKB Juniorkarte ist ab Geburt verfügbar (Karte wird aber meist ab 7 Jahren beantragt). Die HypoVereinsbank gibt Debitkarten erst ab 12 Jahren heraus. Das Mindestalter variiert je nach Anbieter.
Prepaid-Karten haben ein eigenes Kartenkonto, das vorab aufgeladen wird. Geld, das nicht drauf ist, kann nicht ausgegeben werden. Debitkarten sind mit einem Girokonto verknüpft und buchen direkt ab. Für Kinder sind beide Varianten sicher, da kein Dispo möglich ist. Der Unterschied: Prepaid-Karten (z.B. Bling) sind eigenständig ohne Bankkonto nutzbar. Debitkarten (z.B. DKB Juniorkarte) setzen ein Kinderkonto voraus.
Kostenlose Optionen sind die DKB Juniorkarte (Visa Debitkarte, kostenlos bis 21 Jahre), die Comdirect Visa Debitkarte zum Juniorgiro (kostenlos, 3 kostenlose Abhebungen/Monat), das ING Girokonto Junior (kostenlos, Elternteil muss ING-Kunde sein) und die Revolut <18 (kostenlos, Eltern brauchen kostenloses Revolut-Konto). Bling kostet ab 2,99 € pro Monat, bietet dafür aber mehr App-Funktionen speziell für Kinder.
Für jüngere Kinder (6–11 Jahre), die den Umgang mit Geld lernen: Bling. Die App ist speziell für Kinder entwickelt, Eltern sehen jede Ausgabe in Echtzeit, Sparziele lassen sich einrichten. Kosten: ab 2,99 €/Monat. Für Kinder ab 7 Jahren, wenn Eltern bereits DKB-Kunden sind: DKB Juniorkarte. Kostenlos, weltweit nutzbar, Elternkontrolle über Card Control bis zum 18. Geburtstag. Für Jugendliche mit Auslandsaufenthalten oder Schüleraustausch: Revolut <18. Kostenlos, beste Fremdwährungskonditionen, moderner App-Auftritt.
Das ist rechtlich wichtig: Nach § 110 BGB (Taschengeldparagraf) können Kinder zwischen 7 und 17 Jahren nur Käufe tätigen, die durch ihr Taschengeld gedeckt sind. Abonnements sind Verträge mit regelmäßigen Zahlungen – der Taschengeldparagraf greift hier nicht. Ein Abo, das ein Kind ohne Zustimmung der Eltern abschließt, ist rechtlich unwirksam. Viele Kinderkarten ermöglichen es Eltern, Online-Zahlungen zu sperren oder freizugeben. Nutzen Sie diese Funktion.
Visa- und Mastercard-Karten funktionieren weltweit. Die DKB Juniorkarte und Revolut <18 sind besonders geeignet, weil sie keine Fremdwährungsgebühren erheben. Die Comdirect Visa berechnet 1,75 % Fremdwährungsgebühr. Girocards ohne Maestro-System können im Ausland Probleme machen – für Klassenfahrten, Abifahrten oder Auslandsjahre empfiehlt sich daher eine Visa- oder Mastercard-Karte.
Sperren Sie die Karte sofort per App oder über die Notfallnummer 116 116. Bis zur Sperrung haften Sie maximal 50 Euro. Bei Prepaid-Karten bleibt das Guthaben auf dem Konto und wird auf die Ersatzkarte übertragen. Wichtig: Zeigen Sie Ihrem Kind vor der ersten Nutzung, wie die Karte in der App gesperrt wird. Bei Bankkarten greift die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro – das Geld ist sicher.
Das hängt vom Anbieter ab. Bei der DKB, Comdirect und ING müssen Eltern selbst Kunden sein. Bling funktioniert dagegen eigenständig, kein Elternkonto erforderlich. Revolut <18 benötigt ein Revolut-Elternkonto, das kostenlos erhältlich ist. Wenn Sie noch kein Konto beim Anbieter haben, ist Bling oder Revolut der einfachste Einstieg.