Was bedeutet kontaktloses Bezahlen?
Kontaktloses Bezahlen bedeutet: Sie halten Ihre Kreditkarte oder Ihr Smartphone an das Kassenterminal, ohne die Karte einzustecken oder die PIN einzugeben. Möglich macht das NFC, kurz für Near Field Communication. Es ist eine Funktechnik, die Zahlungsdaten verschlüsselt über eine Distanz von maximal vier Zentimetern überträgt.
Das Wellenzeichen auf Ihrer Karte (vier geschwungene Linien) zeigt, dass die Karte NFC-fähig ist. Dasselbe Symbol erscheint auch an Kassenterminals, die kontaktloses Bezahlen unterstützen. Sehen Sie beide Symbole, funktioniert die kontaktlose Zahlung.
Wie funktioniert kontaktloses Bezahlen technisch?
Der NFC-Chip in Ihrer Kreditkarte sendet beim Bezahlen ein verschlüsseltes Signal an das Lesegerät. Das Terminal prüft die Daten, leitet die Zahlung weiter und bestätigt sie in Sekunden. Sie müssen die Karte dafür nicht aus der Hand geben.
Der Ablauf in Kürze:
- Das Kassenterminal zeigt das NFC-Symbol an und ist bereit für die kontaktlose Zahlung.
- Sie halten Karte oder Smartphone auf eine Entfernung von maximal vier Zentimetern an das Lesegerät.
- Der NFC-Chip überträgt die verschlüsselten Zahlungsdaten.
- Das Terminal bestätigt die Transaktion per Quittung oder grünem Haken.
Welche Daten werden dabei übertragen?
Über NFC werden bei einer Kartenzahlung nur die Kartennummer, das Ablaufdatum und der Zahlungsbetrag übermittelt. Sensible Informationen wie der Sicherheitscode (CVV), Ihr Name oder Ihre Adresse werden nicht übertragen und können von Dritten auch nicht ausgelesen werden.
Beim Bezahlen mit Apple Pay oder Google Pay wird die echte Kartennummer durch einen einmaligen Token ersetzt. Selbst wenn jemand diesen Token abfangen würde, lässt er sich nicht wiederverwenden. Das macht Smartphone-Zahlungen besonders sicher.
Wann brauche ich die PIN beim kontaktlosen Bezahlen?
Unter 50 Euro ist beim kontaktlosen Bezahlen in Deutschland keine PIN nötig. Bei Beträgen ab 50,01 Euro müssen Sie immer Ihre PIN eingeben. Dazu gibt es eine kumulative Sicherheitsregel: Nach fünf aufeinanderfolgenden PIN-freien Zahlungen oder einem Gesamtbetrag von etwa 150 Euro wird bei der nächsten kontaktlosen Zahlung zwingend eine PIN-Eingabe verlangt, unabhängig vom Betrag. Eine reguläre PIN-Eingabe setzt diesen Zähler zurück.
| Situation | PIN erforderlich? |
|---|---|
| Betrag unter 50 Euro | Nein (solange Zähler nicht ausgeschöpft) |
| Betrag 50 Euro oder mehr | Ja, immer |
| Nach 5 PIN-freien Zahlungen hintereinander | Ja, nächste Zahlung erfordert PIN |
| Nach kumulativem Gesamtbetrag von ca. 150 Euro | Ja, nächste Zahlung erfordert PIN |
Das Limit bei Apple Pay und Google Pay
Mit Apple Pay und Google Pay gilt kein Betragslimit für das PIN-freie Bezahlen. Die biometrische Sicherung (Face ID, Touch ID oder Fingerabdruck) ersetzt die PIN. Das bedeutet: Sie können auch große Beträge kontaktlos per Smartphone bezahlen, ohne eine Grenze zu erreichen.
Kontaktlos bezahlen mit dem Smartphone
Apple Pay und Google Pay ermöglichen es, mit dem Smartphone oder der Smartwatch an allen NFC-Terminals zu bezahlen. Die Kreditkarte bleibt dabei zu Hause. Wer beide Dienste eingerichtet hat, findet eine ausführliche Übersicht in unseren Ratgebern zu Apple Pay Kreditkarten und Google Pay Kreditkarten.
Apple Pay einrichten
- Öffnen Sie die Wallet-App auf dem iPhone.
- Tippen Sie auf das Plus-Symbol und wählen Sie „Debit- oder Kreditkarte".
- Scannen Sie Ihre Karte oder geben Sie die Daten manuell ein.
- Bestätigen Sie die Karte per SMS-Code oder in der Banking-App Ihrer Bank.
- Zum Bezahlen: iPhone an das Terminal halten und mit Face ID, Touch ID oder dem Seitenknopf bestätigen.
Google Pay einrichten
- Laden Sie die App Google Wallet herunter und öffnen Sie sie.
- Tippen Sie auf „Karte hinzufügen" und geben Sie Ihre Kreditkartendaten ein.
- Bestätigen Sie die Karte bei Ihrer Bank (per SMS oder App).
- Stellen Sie sicher, dass NFC auf Ihrem Android-Smartphone aktiviert ist.
- Zum Bezahlen: Smartphone an das Terminal halten und per Fingerabdruck oder PIN entsperren.
Ist kontaktloses Bezahlen sicher?
Kontaktloses Bezahlen ist grundsätzlich sicher, und das aus mehreren Gründen gleichzeitig. Die kurze Reichweite von NFC macht es praktisch unmöglich, Kartendaten aus der Ferne abzufangen. Dazu kommen technische Schutzmechanismen, die auf jeder modernen Kredit- und Girokarte aktiv sind. Kriminelle müssten Ihr Lesegerät auf weniger als vier Zentimeter an Ihre Karte heranführen, ohne dass Sie es bemerken. Das ist in der realen Welt kaum umzusetzen, auch wenn es theoretisch denkbar ist. Dazu ist die Datenmenge, die überhaupt übertragen wird, klar begrenzt.
Die wichtigsten Sicherheitsmerkmale:
- NFC funktioniert nur auf wenige Zentimeter Entfernung, ein unberechtigtes Auslesen aus der Tasche ist in der Praxis kaum möglich.
- Jede Transaktion wird verschlüsselt übertragen und erzeugt einen einmaligen Code.
- Die kumulativen Limits (fünf Zahlungen oder 150 Euro) sorgen dafür, dass gestohlene Karten nicht unbegrenzt genutzt werden können.
- Beim Bezahlen mit Apple Pay oder Google Pay werden nur Tokens übertragen, keine echten Kartendaten.
Was kann jemand aus der Ferne auslesen?
Theoretisch können NFC-fähige Geräte die letzten Transaktionen einer Karte auslesen: Betrag, Datum und Währung. Das sind aber keine sensiblen Daten. CVV, Karteninhaber-Name und Adresse sind eindeutig nicht auslesbar, sie sind auf dem NFC-Chip schlicht nicht gespeichert.
Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann eine RFID-Schutzhülle nutzen. Zwingend notwendig ist das nicht. Bei Apple Pay und Google Pay ist das Thema ohnehin irrelevant, da das Smartphone kein NFC-Signal sendet, wenn der Bildschirm gesperrt ist.
Was passiert, wenn die Karte verloren geht oder gestohlen wird?
Wenn Ihre Kreditkarte verloren geht oder gestohlen wird, sollten Sie sie sofort sperren. Der Sperrnotruf lautet: 116 116. Die Rufnummer ist rund um die Uhr erreichbar, auch aus dem Ausland, und gilt für Giro- sowie Kreditkarten aller deutschen Banken.
Melden Sie den Verlust zeitnah, haftet Ihre Bank für den entstandenen Schaden. Ihre persönliche Haftung ist gesetzlich auf 50 Euro begrenzt (gemäß Paragraf 675v BGB). Nach der Sperrung haften Sie gar nicht mehr für unberechtigte Zahlungen. Die 50-Euro-Grenze gilt allerdings nur, wenn Sie die Karte nicht fahrlässig verloren haben.
Wie schütze ich mich beim kontaktlosen Bezahlen?
Fünf Maßnahmen, die Sie selbst umsetzen können:
- Push-Benachrichtigungen aktivieren: Viele Banking-Apps informieren Sie nach jeder Zahlung per Nachricht. So sehen Sie sofort, wenn eine unerwünschte Buchung stattfindet.
- NFC auf Android deaktivieren: Wer NFC nur beim Bezahlen nutzen möchte, kann die Funktion in den Einstellungen des Smartphones ausschalten und bei Bedarf wieder aktivieren. Auf dem iPhone ist das nicht möglich.
- RFID-Schutzhülle verwenden: Eine abschirmende Geldbörse oder Kartenhülle verhindert, dass NFC-Daten ausgelesen werden können. Sinnvoll für alle, die viele NFC-Karten im Portemonnaie tragen.
- Biometrische Sicherung für Smartphone-Zahlungen nutzen: Richten Sie Face ID, Touch ID oder Fingerabdruck ein. Dann kann niemand sonst Ihr Smartphone zum Bezahlen verwenden.
- Karte sofort sperren lassen: Im Verlustfall sofort 116 116 anrufen. Die Sperrung dauert wenige Minuten und beendet jedes Haftungsrisiko.
Kontaktlos bezahlen im Ausland
Kontaktloses Bezahlen funktioniert überall dort, wo Visa- oder Mastercard-Terminals das NFC-Symbol tragen. In den meisten Ländern Europas, Nordamerikas und Asiens ist das klar der Fall. In der EU gilt dasselbe 50-Euro-Limit wie in Deutschland. Außerhalb der EU können die lokalen Regeln aber abweichen, im Vereinigten Königreich liegt das Limit etwa bei 100 Pfund.
Achten Sie bei Reisen auf die Auslandsgebühren Ihrer Kreditkarte. Viele Karten berechnen beim Bezahlen in Fremdwährung einen Aufschlag von 1,5 bis 2,5 Prozent. Kreditkarten ohne Auslandsgebühren können das vermeiden. Einen Überblick finden Sie in unserem Ratgeber zu Kreditkarten ohne Auslandsgebühren.
Welche Kreditkarten können kontaktlos bezahlen?
Nahezu alle modernen Kreditkarten haben NFC ab Werk eingebaut. Ältere Karten aus der Zeit vor 2018 fehlt das allerdings manchmal noch. Erkennbar ist NFC am Wellenzeichen auf der Vorder- oder Rückseite der Karte. Karten ohne dieses Symbol unterstützen kein kontaktloses Bezahlen.
Diese Karten aus unserem Vergleich sind NFC-fähig und unterstützen auch Apple Pay und Google Pay:
- DKB Visa Kreditkarte (kostenlos, Apple Pay, Google Pay)
- N26 Mastercard (kostenlos, Apple Pay, Google Pay)
- ING Visa Kreditkarte (kostenlos, Apple Pay, Google Pay)
- Hanseatic Bank GenialCard (kostenlos, Apple Pay, Google Pay)
- TF Mastercard Gold (kostenlos, Apple Pay, Google Pay)
Den vollständigen Überblick aller NFC-fähigen Kreditkarten finden Sie in unserem Kreditkartenvergleich.
Häufig gestellte Fragen
Wie erkenne ich, ob meine Kreditkarte NFC hat?
Schauen Sie auf die Vorder- oder Rückseite Ihrer Karte. Das Wellenzeichen (vier geschwungene Linien) zeigt an, dass die Karte kontaktlos bezahlen kann. Fehlt das Symbol, ist die Karte nicht NFC-fähig.
Kann ich das kontaktlose Bezahlen deaktivieren?
Bei den meisten Banken können Sie die NFC-Funktion einer Kreditkarte nicht direkt deaktivieren. Wenn Sie das kontaktlose Bezahlen grundsätzlich einschränken möchten, wenden Sie sich an Ihre Bank oder nutzen Sie eine RFID-Schutzhülle. Beim Smartphone können Sie NFC in den Einstellungen ausschalten.
Was ist der Unterschied zwischen kontaktlos bezahlen und Apple Pay?
Beim kontaktlosen Bezahlen mit der Karte überträgt der NFC-Chip Ihre Kartendaten verschlüsselt an das Terminal. Bei Apple Pay wird stattdessen ein einmaliger Token verwendet, die echte Kartennummer bleibt verborgen. Apple Pay ist daher noch eine Stufe sicherer, weil kein Rückschluss auf Ihre Karte möglich ist.
Ist es sicher, wenn ich mehrere NFC-Karten im Geldbeutel habe?
Ja. Das Kassenterminal kommuniziert immer nur mit einer Karte gleichzeitig. Liegen mehrere NFC-Karten im Portemonnaie, wird der Bezahlvorgang normalerweise abgebrochen und das Terminal fordert Sie auf, eine einzelne Karte zu verwenden. Zufällige Doppelbelastungen passieren dadurch nicht.
Was kostet kontaktloses Bezahlen?
Für Sie als Karteninhaber entstehen beim kontaktlosen Bezahlen keine zusätzlichen Kosten. Die Gebühren trägt der Händler. Im Ausland können Auslandsgebühren Ihrer Kreditkarte anfallen, die sich aber auf die Kartentransaktion insgesamt beziehen, nicht speziell auf die kontaktlose Bezahlmethode.