Welche Gebühren gibt es bei einer Kreditkarte?
Eine Kreditkarte kann fünf Arten von Kosten verursachen: Jahresgebühr, Auslandseinsatzentgelt, Barabhebungsgebühr, Sollzins und einige kleinere Nebengebühren. Nicht jede Karte erhebt alle fünf, und die Unterschiede zwischen den Anbietern sind teils enorm. In unserer Datenbank liegt die Jahresgebühr zwischen 0 € und 850 €, je nach Kartentyp und Leistungsumfang. Wer die einzelnen Posten kennt, kann beim Kartenvergleich gezielt nach den Gebühren suchen, die für das eigene Nutzungsverhalten wirklich zählen.
Was kostet die Jahresgebühr bei einer Kreditkarte?
Die Jahresgebühr wird einmal pro Jahr fällig und liegt bei kostenlosen Karten bei 0 €, bei Premiumkarten dagegen oft im dreistelligen Bereich. Sie deckt den Verwaltungsaufwand der Bank sowie enthaltene Zusatzleistungen wie Versicherungen, Bonusprogramme oder Lounge-Zugang ab.
Ein Blick in unsere Kartendatenbank zeigt die Bandbreite deutlich. Die American Express Business Platinum Card verlangt 850 € im Jahr, die American Express Platinum Card 720 € und die American Express Gold Card 240 €. Bei diesen Karten stehen Reiseversicherungen, Lounge-Programme und Concierge-Service gegen die hohe Gebühr.
Am anderen Ende der Skala stehen Karten ohne jede Jahresgebühr. Dazu zählen die Bank Norwegian Visa, die Advanzia Mastercard Gold, die DKB Visa Kreditkarte, die Trade Republic Visa Karte, die C24 Bank Mastercard, die Hanseatic Bank GenialCard und die TF Mastercard Gold. Diese Karten finanzieren sich meist über Sollzinsen bei Teilzahlung statt über eine feste Jahresgebühr, ein Punkt, den wir weiter unten genauer erklären.
Hanseatic Bank GenialCard
Dauerhaft gebührenfreie Mastercard mit weltweit kostenlosem Bezahlen und flexibler Rückzahlung. 0 € / Jahr
Mastercard GOLD (gebührenfrei.de)
Gebührenfreie Goldkarte mit weltweit kostenlosem Bargeld und Reiseversicherungspaket. 0 € im 1. Jahr
Wie hoch sind die Gebühren für Bargeldabhebungen?
Für eine Bargeldabhebung am Automaten berechnen die meisten Banken zwischen 2 % und 5 % des abgehobenen Betrags, mindestens aber einen festen Mindestbetrag. Zum Vergleich: Die Commerzbank ClassicKreditkarte verlangt 1,95 % pro Abhebung mit mindestens 5,98 €, die American Express Platinum Card 4 % mit mindestens 5 €. Bei einigen Kreditkarten läuft der Sollzins zudem schon ab dem Tag der Abhebung und nicht erst nach der Monatsabrechnung.
Wer regelmäßig Bargeld braucht, findet in unserer Datenbank auch Karten ohne Abhebungsgebühr. Innerhalb Deutschlands verlangt die DKB Visa Kreditkarte keine Gebühr, weltweit gebührenfrei ist die Trade Republic Visa Karte, und im Ausland liegen die Hanseatic Bank GenialCard sowie die Hanseatic Bank awa7 Visa ebenfalls bei 0 %. Einige Karten begrenzen die gebührenfreien Abhebungen zusätzlich auf ein monatliches Kontingent, etwa die N26 Mastercard mit acht kostenlosen Abhebungen im Premium-Tarif oder die Revolut Standard Mastercard mit fünf pro Monat.
Was ist das Auslandseinsatzentgelt bei einer Kreditkarte?
Das Auslandseinsatzentgelt ist ein prozentualer Aufschlag, den viele Banken für Zahlungen in einer Fremdwährung berechnen, typischerweise zwischen 1,5 % und 2,5 % des Umsatzes. Bei 2.000 € Ausgaben im außereuropäischen Ausland macht das schnell 30 bis 50 € zusätzliche Kosten.
Für Vielreisende lohnt sich deshalb der Blick auf Karten ohne dieses Entgelt. Laut unserer Datenbank berechnen die DKB Visa Kreditkarte, die Trade Republic Visa Karte, die Advanzia Mastercard Gold, die Revolut Standard Mastercard, die N26 Mastercard, die Hanseatic Bank GenialCard und die C24 Bank Mastercard kein Auslandseinsatzentgelt. Wer viel im Nicht-Euro-Ausland bezahlt, spart mit einer dieser Karten über ein Jahr gerechnet oft mehr als die Jahresgebühr einer Premiumkarte einbringt.
Was ist der Unterschied zwischen Sollzins und effektivem Jahreszins?
Der Sollzins ist der reine Nominalzins, den eine Bank für den in Anspruch genommenen Kreditrahmen berechnet, während der effektive Jahreszins zusätzlich alle Nebenkosten der Finanzierung einrechnet und deshalb meist höher ausfällt. Beide Werte betreffen nur, wer die Kreditkartenrechnung nicht vollständig zurückzahlt, sondern in Raten begleicht (Revolving-Kredit).
Die Spanne in unserer Datenbank reicht von 15,9 % effektivem Jahreszins bei der Miles & More Gold Credit Card über 17,29 % bei der Hanseatic Bank GenialCard und 20,91 % bei der easybank Visa Kreditkarte bis zu 24,69 % bei der Advanzia Mastercard Gold und 25,49 % bei der Hanseatic Bank GoldCard. Bei 1.000 € offener Kreditkartenschuld über ein Jahr bedeutet das einen Unterschied von rund 150 € bis 255 € an reinen Zinskosten. Wer eine Ratenzahlung plant, sollte den effektiven Jahreszins vergleichen, nicht nur den Sollzins, weil dieser die tatsächliche Kostenbelastung realistischer abbildet.
Karten, die ausschließlich auf vollständigem monatlichem Ausgleich basieren (Charge-Karten), etwa die American Express Gold Card oder die Commerzbank ClassicKreditkarte, kennen dagegen keinen laufenden Sollzins, weil eine Teilzahlung dort gar nicht vorgesehen ist.
Was ist DCC und warum sollten Sie es im Ausland ablehnen?
DCC steht für Dynamic Currency Conversion und beschreibt einen teuren Trick an ausländischen Zahlterminals oder Geldautomaten: Das Gerät bietet an, den Betrag sofort in Euro statt in der Landeswährung abzurechnen, verwendet dafür aber einen deutlich schlechteren Wechselkurs als die Kreditkartenbank.
Ein Beispiel verdeutlicht den Unterschied. Bei einer Rechnung von 100 US-Dollar verrechnet ein DCC-Terminal häufig einen Aufschlag von 5 % bis 8 % auf den Wechselkurs, sodass am Ende umgerechnet 105 bis 108 € statt der marktüblichen rund 100 € abgebucht werden. Zahlen Sie stattdessen immer in der Landeswährung und lehnen Sie die Euro-Umrechnung am Terminal aktiv ab, dann rechnet Ihre eigene Kreditkartenbank zum echten Wechselkurs um und berechnet höchstens das reguläre Auslandseinsatzentgelt.
Welche weiteren Gebühren können bei einer Kreditkarte anfallen?
Neben den vier großen Kostenblöcken gibt es einige kleinere Positionen, die im Preis- und Leistungsverzeichnis der Bank aufgeführt sein müssen. Dazu zählen üblicherweise eine Gebühr für die Ausstellung einer Ersatzkarte bei Verlust oder Diebstahl, Kosten für eine zusätzliche Kontoauszugskopie sowie gegebenenfalls eine Rücklastschriftgebühr, wenn eine Zahlung mangels Kontodeckung nicht eingezogen werden kann. Innerhalb der Eurozone dürfen Händler seit dem PSD2-Surcharging-Verbot keinen zusätzlichen Aufschlag für die Bezahlung per Kreditkarte verlangen, außerhalb der EU gilt dieses Verbot jedoch nicht.
Wie finden Sie die tatsächlichen Gebühren Ihrer eigenen Kreditkarte?
Jede Bank muss alle Kosten einer Kreditkarte im sogenannten Preis- und Leistungsverzeichnis offenlegen, das meist im Kundenportal oder auf der Produktseite als PDF verlinkt ist. Prüfen Sie darin gezielt vier Angaben: die Jahresgebühr für das erste und die Folgejahre, das Auslandseinsatzentgelt in Prozent, die Gebühr je Bargeldabhebung inklusive Mindestbetrag und den Sollzins beziehungsweise effektiven Jahreszins bei Teilzahlung. Finden Sie eine dieser vier Angaben nicht auf einen Blick, fragen Sie direkt beim Kundenservice der Bank nach, bevor Sie die Karte beantragen oder weiter nutzen.
Häufig gestellte Fragen zu Kreditkartengebühren
Gibt es Kreditkarten komplett ohne Gebühren?
Nein, eine völlig gebührenfreie Kreditkarte existiert praktisch nicht, auch wenn viele Karten mit 0 € Jahresgebühr werben. Karten ohne Jahresgebühr wie die DKB Visa oder die Trade Republic Visa Karte finanzieren sich über andere Kanäle, etwa Sollzinsen bei Teilzahlung oder Interchange-Erlöse der Bank, und einzelne Nebengebühren wie eine Ersatzkarte können trotzdem anfallen.
Wie hoch darf die Gebühr für eine Bargeldabhebung maximal sein?
Es gibt keine gesetzliche Obergrenze für Bargeldabhebungsgebühren bei Kreditkarten, die Banken legen den Prozentsatz und die Mindestgebühr selbst fest. In unserer Datenbank reicht die Spanne von 0 % bis zu 5 % zuzüglich einer festen Mindestgebühr von bis zu 5,98 €, weshalb sich ein Vergleich vor der Kartenwahl lohnt.
Zählt der Sollzins auch bei rechtzeitiger vollständiger Rückzahlung?
Nein, wer den offenen Betrag der Kreditkartenabrechnung fristgerecht in voller Höhe zurückzahlt, zahlt keinen Sollzins. Der Zins fällt nur an, wenn Sie die Rechnung per Teilzahlung oder Revolving-Kredit über mehrere Monate strecken.
Warum sollte ich am Geldautomaten im Ausland nicht in Euro zahlen lassen?
Weil die Euro-Umrechnung am Terminal (DCC) fast immer einen ungünstigeren Wechselkurs verwendet als Ihre eigene Bank. Wählen Sie stattdessen die Landeswährung, damit Ihre Kreditkartenbank den Betrag zum regulären Wechselkurs abrechnet und Sie nur das normale Auslandseinsatzentgelt zahlen, sofern Ihre Karte überhaupt eines berechnet.
Wo finde ich alle Gebühren meiner Kreditkarte auf einen Blick?
Im Preis- und Leistungsverzeichnis Ihrer Bank, das gesetzlich vorgeschrieben ist und alle Kosten einer Karte auflisten muss. Sie finden es meist im Online-Banking-Portal, in der App oder als PDF-Download auf der Produktseite der jeweiligen Kreditkarte.
Fazit: Worauf Sie bei Kreditkartengebühren wirklich achten sollten
Für die meisten Kartennutzer entscheiden zwei Faktoren über die tatsächlichen Kosten: das Reiseverhalten und der Umgang mit der monatlichen Rechnung. Wer selten ins Ausland reist und die Rechnung immer vollständig begleicht, kommt mit einer kostenlosen Kreditkarte ohne Jahresgebühr und ohne Sollzins-Risiko am günstigsten weg. Wer dagegen häufig im Ausland zahlt oder abhebt, sollte gezielt nach einer Kreditkarte ohne Auslandseinsatzentgelt suchen, selbst wenn diese eine kleine Jahresgebühr kostet. Eine Ratenzahlung über den Sollzins sollte dagegen die Ausnahme bleiben, weil die Zinskosten schnell die Ersparnis bei Jahresgebühr oder Auslandsentgelt übersteigen.