Kreditkarte beantragen in 5 Schritten
Eine Kreditkarte beantragst du online in 5 Schritten: Karte auswählen, Antrag ausfüllen, Identität bestätigen, Bonitätsprüfung abwarten und Karte aktivieren. Alles online. Der Antrag selbst dauert 5 bis 10 Minuten, die physische Karte kommt in der Regel innerhalb von 5 bis 14 Werktagen.
1. Karte vergleichen und auswählen
Vergleiche vor dem Antrag Jahresgebühr, Auslandsgebühr, Cashback-Konditionen und Zusatzleistungen. Zahlt sich aus. Kostenlose Kreditkarten ohne Jahresgebühr sind für Einsteiger sinnvoll, während Karten mit Bonusprogramm oder Reiseversicherung sich für häufige Nutzer lohnen. Mehr dazu unten. Schau dir auch an, ob die Karte bei deiner Hausbank erhältlich ist oder ob du sie direkt bei einer Direktbank beantragst. Direktbanken bieten oft bessere Konditionen und schnellere Lieferzeiten.
2. Online-Antrag ausfüllen
Der Antrag läuft komplett digital ab. Du gibst in der Regel folgende Angaben ein:
- Persönliche Daten: vollständiger Name, Geburtsdatum, aktuelle Anschrift
- Beschäftigungsstatus und Arbeitgeber
- Monatliches Nettoeinkommen
- IBAN deines Girokontos für die monatliche Lastschrift
- Kontaktdaten: E-Mail-Adresse und Mobilnummer
Das Ausfüllen dauert in der Regel 5 bis 10 Minuten. Im Hintergrund führt die Bank eine SCHUFA-Abfrage durch. Diese erste Anfrage ist eine Konditionsanfrage und hat keinen Einfluss auf deinen SCHUFA-Score.
3. Identität bestätigen
Nach dem Antrag musst du deine Identität einmalig nachweisen. Drei Methoden stehen zur Wahl:
- VideoIdent: Du hältst Personalausweis oder Reisepass in die Kamera eines Smartphones, ein Mitarbeiter des beauftragten Dienstleisters prüft deine Daten direkt in Echtzeit, und das Ganze ist rund um die Uhr in 5 bis 10 Minuten erledigt.
- PostIdent: Identifizierung in jeder Postfiliale mit dem Coupon des Anbieters und einem gültigen Ausweisdokument. Dauert 1 bis 3 Werktage länger als VideoIdent, ist aber flächendeckend verfügbar.
- eIdent: Identifizierung per elektronischem Personalausweis und NFC-Smartphone. Schnellste Methode, wenn du einen aktivierten ePA hast.
VideoIdent ist am bequemsten. Keine Postfiliale, kein fester Termin.
4. Bonitätsprüfung abwarten
Nach der Identitätsprüfung entscheidet die Bank über den Antrag. Direktbanken und Fintechs entscheiden meist automatisiert in wenigen Minuten. Filialbanken: 1 bis 2 Werktage.
Viele Anbieter stellen nach der Genehmigung sofort eine virtuelle Karte aus. Kartennummer, CVV-Code und Ablaufdatum findest du in der App des Anbieters und kannst die Karte direkt in Apple Pay oder Google Pay einbinden, um kontaktlos zu bezahlen, noch bevor die Plastikkarte ankommt.
5. Karte erhalten und aktivieren
Die physische Karte kommt per Post, meist innerhalb von 2 bis 5 Werktagen bei Direktbanken oder bis zu 4 Wochen bei Filialbanken. Die PIN wird separat per Brief zugestellt oder lässt sich beim Anbieter online oder in der App selbst festlegen. Die erste Kartenzahlung oder PIN-Eingabe am Automaten aktiviert die Karte. Fertig. Für Kleinbeträge bis 50 Euro kannst du auch ohne PIN kontaktlos bezahlen, solange das Konto gedeckt ist und die Karte einmal mit PIN genutzt wurde.
Voraussetzungen für eine Kreditkarte
Du brauchst Volljährigkeit, einen deutschen Wohnsitz, eine positive SCHUFA und ein regelmäßiges Einkommen. Prepaid- und Debitkarten haben deutlich geringere Anforderungen. Für Kreditkarten mit echtem Kreditlimit gelten diese Grundvoraussetzungen:
| Voraussetzung | Details |
|---|---|
| Mindestalter | 18 Jahre (für Kreditkarten mit Kreditlimit) |
| Wohnsitz | Deutschland oder zumindest eine SEPA-Bankverbindung |
| Bonität | Positiver SCHUFA-Score, keine offenen Mahnungen oder Insolvenzen |
| Einkommen | Meist ab 600 bis 1.000 Euro netto monatlich, je nach Karte und Anbieter |
| Bankkonto | Deutsche IBAN für die monatliche Lastschrift |
| Ausweisdokument | Gültiger Personalausweis oder Reisepass |
| Mobilnummer | Für VideoIdent, TAN-Verfahren und Benachrichtigungen |
Für Prepaid-Kreditkarten entfallen die Anforderungen an Bonität und Einkommen. Kein Scoring nötig. Debitkarten verlangen ebenfalls keine SCHUFA-Prüfung, sondern setzen nur voraus, dass du ein Girokonto beim jeweiligen Anbieter führst oder gleichzeitig eröffnest.
Welche Kartentypen gibt es?
Es gibt vier Kartentypen: Charge-Karte, Revolving-Kreditkarte, Debitkarte und Prepaid-Kreditkarte. Sie unterscheiden sich in Abrechnung, Kreditlimit und SCHUFA-Anforderungen. Der richtige Typ entscheidet, ob dein Antrag Erfolg hat und welche laufenden Kosten entstehen.
Charge-Karte
Die Charge-Karte hat ein echtes Kreditlimit, der gesamte Betrag wird aber am Monatsende automatisch vom Konto abgebucht. Ratenzahlung ist nicht möglich. American Express bietet klassische Charge-Karten an. Eine SCHUFA-Prüfung ist erforderlich.
Revolving-Kreditkarte
Die Revolving-Kreditkarte bietet ein Kreditlimit und erlaubt flexible Rückzahlung: Du kannst den Mindestbetrag zahlen und den Rest mit Zinsen rollieren. Die Zinsen liegen oft zwischen 15 und 25 Prozent pro Jahr, deshalb solltest du die Karte möglichst monatlich vollständig begleichen. Eine SCHUFA-Prüfung ist erforderlich.
Debitkarte
Die Debitkarte sieht aus wie eine Kreditkarte und trägt das Visa- oder Mastercard-Logo, bucht Beträge aber sofort vom Girokonto ab. Es gibt kein Kreditlimit und keine Zinsen. Die SCHUFA-Anforderungen sind deutlich geringer als bei echten Kreditkarten. DKB, N26 und viele andere Direktbanken setzen auf dieses Modell.
Prepaid-Kreditkarte
Die Prepaid-Kreditkarte funktioniert mit vorgeladenem Guthaben. Du kannst nur so viel ausgeben, wie du zuvor eingezahlt hast. Keine SCHUFA-Prüfung, kein Kreditlimit, keine Zinsen. Geeignet für Personen mit schlechter SCHUFA oder als Einstieg für Jugendliche ab 12 Jahren mit Elternkonto.
| Kartentyp | Kreditlimit | SCHUFA | Abrechnung | Für wen |
|---|---|---|---|---|
| Charge-Karte | Ja | Ja | Monatlich, vollständig | Gute Bonität, disziplinierte Nutzung |
| Revolving-Kreditkarte | Ja | Ja | Flexibel, Teilzahlung möglich | Flexibler Zahlungsspielraum (Zinsgefahr beachten) |
| Debitkarte | Nein | Meist nicht | Sofort vom Girokonto | Budgetkontrolle, unkomplizierter Einstieg |
| Prepaid-Kreditkarte | Nein | Nein | Nur vorhandenes Guthaben | Schlechte Bonität, Jugendliche |
Welche Unterlagen brauche ich für den Kreditkartenantrag?
Bereite diese Dokumente vor, bevor du mit dem Antrag beginnst:
- Gültiger Personalausweis oder Reisepass für die Identitätsprüfung
- Gehaltsabrechnungen der letzten 1 bis 3 Monate als Einkommensnachweis
- IBAN deines Girokontos für die monatliche Lastschrift
- Aktuelle Mobilnummer für VideoIdent und das TAN-Verfahren
Selbstständige und Freiberufler reichen statt Gehaltsabrechnungen den letzten Steuerbescheid oder eine betriebswirtschaftliche Auswertung ein. Welche Unterlagen genau verlangt werden, steht im Antragsformular des jeweiligen Anbieters.
Wie lange dauert die Beantragung einer Kreditkarte?
Die Beantragung selbst dauert 5 bis 10 Minuten. Wie lange es bis zur einsatzbereiten Karte dauert, hängt vom Anbieter und der gewählten Identifizierungsmethode ab.
| Schritt | Dauer |
|---|---|
| Online-Antrag ausfüllen | 5 bis 10 Minuten |
| Identitätsprüfung (VideoIdent) | 5 bis 10 Minuten |
| Identitätsprüfung (PostIdent) | 1 bis 3 Werktage nach dem Antrag |
| Bonitätsentscheidung | Minuten bis 2 Werktage |
| Virtuelle Karte (Apple Pay oder Google Pay) | Oft sofort nach Genehmigung |
| Physische Karte (Direktbank) | 2 bis 5 Werktage |
| Physische Karte (Filialbank) | Bis zu 4 Wochen |
Wer die Karte schnell nutzen möchte, wählt VideoIdent und einen Anbieter, der sofort eine virtuelle Karte ausstellt. So lässt sich oft innerhalb weniger Stunden nach dem Antrag bereits online einkaufen oder kontaktlos zahlen. Einfach.
SCHUFA und Bonität beim Kreditkartenantrag
Beim Kreditkartenantrag führt die Bank eine SCHUFA-Abfrage durch. Es gibt zwei grundsätzlich verschiedene Abfragetypen, die du kennen solltest.
- Konditionsanfrage: Die erste Abfrage während des Antrags ist eine Konditionsanfrage. Sie ist für andere Banken nicht sichtbar und beeinflusst deinen SCHUFA-Score nicht. Du kannst problemlos mehrere Angebote vergleichen, ohne Punkte zu verlieren.
- Bonitätsanfrage: Erst wenn die Bank die Karte tatsächlich genehmigt, wird eine Bonitätsanfrage gestellt. Diese ist im SCHUFA-Bericht für andere Banken sichtbar und kann deinen Score kurzfristig leicht senken. Der Einfluss ist gering und nach 12 Monaten nicht mehr sichtbar.
Als guter Ausgangspunkt gilt ein SCHUFA-Score ab etwa 90 Prozent. Bei Scores unter 80 Prozent oder bei negativen Einträgen wie Mahnbescheiden oder einer früheren Insolvenz lehnen viele Banken reguläre Kreditkarten ab. Auch mehr als 3 bis 4 aktive Kreditkarten können den Score kurzfristig belasten und die Genehmigungschancen senken. In diesem Fall ist eine Prepaid-Kreditkarte die praktische Alternative.
Prüfe deine SCHUFA-Daten vor dem Antrag auf Fehler. Die SCHUFA bietet einmal jährlich eine kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO an, abrufbar unter meineSCHUFA.de. Falsche Einträge lassen sich löschen und verbessern deine Genehmigungschancen. Mehr dazu in unserem Artikel zur kostenlosen SCHUFA-Auskunft.
Warum wird eine Kreditkarte abgelehnt?
Ein abgelehnter Antrag hat meistens einen dieser Gründe:
- Schlechter SCHUFA-Score oder negative SCHUFA-Einträge
- Zu geringes Einkommen für das beantragte Kreditlimit
- Zu viele bestehende Kreditkarten oder laufende Kredite
- Fehlerhafte Antragsdaten: Tippfehler bei Adresse, Geburtsdatum oder IBAN führen zur automatischen Ablehnung
- Häufige Wohnortwechsel im SCHUFA-Datensatz
- Noch laufende Probezeit beim Arbeitgeber
Was du bei einer Ablehnung tun kannst:
- SCHUFA-Datenkopie beantragen und Fehler im Datensatz korrigieren lassen
- Kreditlimit beim nächsten Antrag niedriger wählen, das senkt das Risiko für die Bank
- Prepaid-Kreditkarte beantragen als sofort verfügbare Alternative ohne SCHUFA-Prüfung
- Einige Monate warten bevor du einen neuen Antrag stellst, um deinen Score zu stabilisieren
Manche Anbieter stellen auch bei negativem SCHUFA-Eintrag Karten aus. Schau dir die verfügbaren Kreditkarten im Überblick an, um die passende Option zu finden.
Häufig gestellte Fragen zur Kreditkartenbeantragung
Kann ich eine Kreditkarte ohne festes Einkommen beantragen?
Eine reguläre Kreditkarte mit Kreditlimit setzt meist ein regelmäßiges Einkommen von 600 bis 1.000 Euro netto pro Monat voraus. Wer kein festes Einkommen hat, bekommt eine Prepaid-Kreditkarte ohne Einkommensnachweis und ohne SCHUFA-Prüfung.
Wie lange dauert es, bis die Kreditkarte ankommt?
Bei Direktbanken und Fintechs kommt die physische Karte in 2 bis 5 Werktagen. Filialbanken brauchen bis zu 4 Wochen. Viele Anbieter stellen nach der Genehmigung sofort eine virtuelle Karte aus, die sich direkt in Apple Pay oder Google Pay nutzen lässt, noch bevor die physische Karte eintrifft.
Kann ich eine Kreditkarte trotz negativer SCHUFA beantragen?
Mit negativem SCHUFA-Eintrag ist eine reguläre Kreditkarte schwer zu bekommen. Eine Prepaid-Kreditkarte bekommst du dagegen ohne SCHUFA-Prüfung: Du lädst sie vorab mit Guthaben auf und kannst damit genauso bezahlen wie mit einer normalen Visa- oder Mastercard.
Was ist eine virtuelle Kreditkarte und wann kann ich sie nutzen?
Eine virtuelle Kreditkarte ist eine digitale Version der physischen Karte mit eigener Kartennummer, CVV-Code und Ablaufdatum. Du kannst sie sofort nach Kartengenehmigung für Online-Einkäufe verwenden und in Apple Pay oder Google Pay einrichten, ohne auf die Plastikkarte warten zu müssen.
Kostet das Beantragen einer Kreditkarte etwas?
Der Antrag selbst ist kostenlos, egal bei welchem Anbieter. Manche Kreditkarten haben eine Jahresgebühr, die erst nach Kartenerhalt fällig wird. Es gibt aber auch viele kostenlose Kreditkarten ohne Jahresgebühr, die dauerhaft gebührenfrei sind.